Evangelische Kirche in Bonn will „wahrnehmbar und wirksam bleiben“: Bonner Kreissynode tagt am 25. Mai mit vielen aktuellen Themen

Die evangelische Kirche in Bonn und der Region will weiterhin „wahrnehmbar und wirksam bleiben“. Darum geht es laut Superintendent Dietmar Pistorius am 25. Mai 2024 auf der Frühjahrstagung der Bonner Kreissynode im Haus der Evangelischen Kirche in Bonn.

Wie wichtig sind dafür Kirchen und Gemeindehäuser, wird der Theologe Prof. Dr. Klaus Raschoz in einem Impulsvortrag fragen zum Auftakt der Tagung des Kirchenparlaments mit den 81 gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus den zwölf Kirchengemeinden in Bonn, Alfter und Bornheim. „Alle unsere Gemeinden stehen vor der Herausforderung, wie sie angesichts tendenziell rückgehender Gemeindegliederzahlen, sinkender Einnahmen und mit Blick auf die für den Klimaschutz vereinbarten notwendigen Anpassungen mit ihren Gebäuden umgehen, welche sie halten wollen und können und wofür“, sagt der Bonner Superintendent Pistorius und erwartet eine lebhafte Debatte. Der Theologe Klaus Raschoz, langjähriger Professor an der bayerischen Augustana-Hochschule, gilt bundesweit als einer der Experten für Kirchenbau und Kirchenraum im 19. und 20. Jahrhundert.

„Wir wollen als evangelische Kirche auch künftig wahrnehmbar und wirksam bleiben“, erklärt der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius (Foto: Kirchenkreis Bonn/B.Frommann)

Krankenhausseelsorge, Klimaschutz, Europa und großes Bonner Tauffest im Juni

Das Bonner Kirchenparlament wird sich zudem mit der Krankenhauseelsorge beschäftigen. Die Verlängerung einer zusätzlichen Teilstelle im LVR-Klinikum steht zur Diskussion. Die Seelsorge im Krankenhaus ist für Superintendent Pistorius „auch ein wichtiger Teil des evangelischen Dienstes für die Gesellschaft“. Ein Antrag zur transparenten Kompensation unvermeidbarer Treibhausgas-Emissionen liegt vor. Denn die Evangelische Kirche im Rheinland hat sich zum Zielgesetzt 2035 mit allen Gebäuden klimaneutral zu sein und will als zweitgrößte Landeskirche in Deutschland damit ein Zeichen zur Bewahrung der Schöpfung setzen. Auch ein Wahlaufruf der Bonner Protestanten zur Europawahl und zur Stärkung der Demokratie im 75. Jahr des Grundgesetzes ist vorgesehen sowie ein Info zum großen, ersten Bonner Tauffest am 29. Juni auf dem Kunstrasen in der Rheinaue, zu dem sich schon mehr als 220 Täuflinge angemeldet haben.

Maßnahmen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch und zur Aufarbeitung

Den ganzen Nachmittag  der Tagung nehmen sich die Synodalen Zeit für das Thema „Sexualisierte Gewalt im Raum der Kirche“. „Das wird“, so Superintendent Pistorius, „ein Dauerthema für die neue Synode sein“. Es geht dabei um die Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt über die bestehenden Schutzkonzepte hinaus, um die Organisation konsequenter Intervention bei akuten Fällen und um die Aufarbeitung zurückliegender Fälle.

Basis für die Beratungen ist die die Februar veröffentlichte große „ForuM-Studie zur sexualisierten Gewalt in der Evangelischen Kirche“, die, so der Bonner Superintendent, „uns deutliche Hinweise gibt, was wir besser machen müssen“.

Tagung öffentlich

Die Tagung der Kreissynode im Haus der Evangelischen Kirche (Adenauerallee 37, 53113 Bonn) ist wie immer öffentlich.

(12.05.2024 / ger)

  • 12.5.2024
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