„Noch so nah“: Erinnerung an die Flutkatastrophe vor fünf Jahren – Superintendentin Claudia Müller-Bück beim Gedenkakt im Landtag NRW

  • 14.07.2026

Die Flutkatastrophe, die Menschen vor allem an Ahr und Erft so schwer getroffen hat, jährt sich zum fünften Mal. Für Claudia Müller-Bück, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, ist die Erinnerung an den Juli 2021 noch allgegenwärtig wie aber auch der Dank für jede Unterstützung bis heute: „Wir haben große Hilfe erfahren. Und uns ist die Vernetzung der Helfenden vor Ort gelungen.“ Für Rolf Stahl, Superintendent des Kirchenkreises Koblenz, sind „fünf Jahre lang und kurz zugleich. Wir sehen die Wunden noch deutlich und vieles ist nicht mehr, wie es mal war – und wird es auch nicht wieder sein. In der Psyche der Menschen ist vieles noch ganz frisch.“

Nach der Flut: Fünf Jahre liegen dazwischen und die Katastrophe bleibt sehr lebendig (Foto: ekir/Marcel Kuß)

Superintendentin Claudia Müller-Bück sprach auch beim Gedenkakt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landtagspräsident André Kuper am 14. Juli im NRW-Landtag in Düsseldorf auch im Namen der vielen Helferinnen und Helfer wie Geschädigten und erinnert in einer Schweigeminute an alle Opfer. Mit WDR Event ab 16 Uhr live dabei: wdr.de/radio/wdr-event/teaser/event-gedenkstunde-ahrtalflut / Hier ihre Ansprache zum Nachlesen.

Zur gemeinsam Gedenkstunde im Landtag, Superintendentin Claudia Müller-Bück mlt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer, Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landtagspräsident André Kupfer (Foto: Landtag NRW)
„Wunden werden wohl nie ganz verheilen“

In Rheinland-Pfalz starben bei der Flut 136 Menschen, fast alle im Ahrtal. Das verheerende Hochwasser habe zudem materielle Schäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht, erinnert die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) anlässlich des Jahrestages. „Drei Tage im Juli 2021 haben das Schicksal tausender Menschen in den Hochwasserregionen einschneidend verändert. Ihre Wunden werden wohl nie ganz verheilen“, so Kirsten Schwenke, Vorständin der Diakonie RWL.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und die Diakonie RWL kooperieren in der Hochwasserhilfe unter dem Namen Diakonie Katastrophenhilfe Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL). Fünf Jahre nach der Katastrophe sind nahezu alle eingegangenen Spendengelder in Höhe von 47,87 Millionen Euro ausgegeben bzw. fest verplant in laufende Projekte. Kirsten Schwenke ist dankbar: „Durch die große Spendenbereitschaft konnten unsere mobilen Teams mehr als 25.000 Betroffene umfassend beraten sowie finanziell und psychosozial unterstützen.“

Für die Wiederaufbauhilfe wurden laut der Evangelischen Landeskirche im Rheinland in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bisher 29,4 Millionen Euro für die Instandsetzung kirchlicher Gebäude auf rheinischem Kirchengebiet bewilligt. Mehr als die Hälfte der Fördergelder seien auch bereits an die betroffenen Kirchengemeinden ausgezahlt worden.

15. Juli: Evangelische Kirche in Swisttal-Heimerzheim öffnet zum Gedenken

Am Mittwoch, 15. Juli, lädt Superintendentin Claudia Müller-Bück in die Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim (Sebastianusweg 5-7) ein zu einem für alle offenen Gedenken. Die Kirche ist von 10.00 Uhr an geöffnet – „wie in den Tagen und Wochen direkt nach der Flut“, so Müller-Bück. „Wer kommt, kann einfach mit anderen reden, da sein, auf Wunsch vielleicht auch ein seelsorgliches Gespräch wahrnehmen.“ Um 17.00 Uhr hält die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, eine Andacht. Und auch danach wird die Kirche bis in den frühen Abend als Raum für Begegnung und Austausch geöffnet sein.

(zuletzt aktualisiert: 15.07.2027 / neu/gar/ger)

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