Wie wird Friede im Heiligen Land? – Bewegender Vortragsabend

mit der palästinensischen Christin Kadra Zreineh aus Beit Jala

Wie kann Friede werden in Israel und Palästina?
Endlich Frieden in dem Land, das Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig ist – und in dem doch Tag für Tag gekämpft und geschossen, gelitten und gestorben wird. Ein leidenschaftliches Plädoyer für Verständigung und Versöhnung im Heiligen Land richtete die palästinensische Christin Kadra Zreineh an die rund 35 Teilnehmenden des ebenso interessanten wie berührenden Vortragsabends am vergangenen Mittwoch im Gemeindezentrum Hersel.

Aufgewachsen in Deutschland lebt Kadra Zreineh seit ihrem 16. Lebensjahr in Beit Jala, Westjordanland. Als zertifizierte Reiseleiterin begleitet sie Besuchergruppen in und um Bethlehem und vermittelt anschaulich die palästinensische Kultur und Lebensweise an den Ursprungsorten des Christentums. Unumwunden weist sie auf die Einschränkungen und Ungerechtigkeiten des israelischen Mauer- und Siedlungsbaus hin. Doch Resignieren ist nicht ihr Ding!
Stattdessen richtet sie entschlossen ihre Hoffnung auf die Zukunft und ihren Blick auf die junge Generation: Zusammen mit anderen Friedensbewegten setzt sie sich für vermehrte Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ein. Das 2020 von ihr gegründete Sprach- und Kulturzentrum Palingual in Bethlehem bietet Sprachkurse in Deutsch, Englisch, Hebräisch, Spanisch und Türkisch an sowie Nachhilfeunterricht und Umwelterziehung, Schach, Sport, Kunst und Musik. Dass der christliche Glaube ihr Halt gibt und Haltung verleiht, bekennt Kadra Zreineh engagiert und glaubwürdig. Besonders schmerzt sie, dass im Land der Bibel und im Geburtsort Jesu die christlichen Kirchen nur noch eine kleine Minderheit sind. Darum ist ihr die vorurteilsfreie Verständigung unter den Gläubigen der verschiedener Religionen und Konfessionen ein großes Anliegen und Gebot christlicher Nächstenliebe. „Wir machen den Unterschied, indem wir keine Unterschiede machen,“ ist Kadras Credo.

Nach dem zweifelsohne packenden Vortrag war Zeit für Rückfragen und Gespräch, aber auch für Begegnung untereinander bei einem Imbiss mit Falafel und Fladenbrot, Oliven und Orangentarte. Dafür wie auch für die landestypische Dekoration hatte in bewährter Weise das ökumenische Weltgebetstagsteam aus evangelischer und katholischer Kirche gesorgt. Wie schon beim diesjährigen Weltgebetstag Anfang März, in dessen Fokus ebenfalls Palästina stand, durften auch diesmal Lieder aus dem Heiligen Land nicht fehlen, die von einem gut aufeinander eingespielten Musiktrio begleitet wurden.

Am Ende des Abends gab es nicht nur anerkennenden und mutmachenden Applaus für Kadra Zreineh, sondern vor dem Segenswort noch ein Geschenk für alle Teilnehmenden von der ebenso sympathischen wie charismatischen Referentin: Ein kleines Kreuz aus Olivenholz mit einer Taube – Zeichen für Jesu Tod und Auferweckung sowie Gottes Frieden für diese Welt – Hand made in the Holy Land!

Christine und Martin Ahlhaus